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Rheinische Post
15.01.2005

Rheinische Post

Nach vier Jahren Umbauzeit

Düsseldorf hat jetzt ein Karnevals-Museum

CC-Präsident Peter König und die Vorsitzende des Förderverein Hille Erwin freuen sich, dass das 'Haus des Karnevals' endlich fertig ist. Was lange dauert wird endlich gut, heißt es immer so schön. Am Freitag ist nach über vierjähriger Umbauzeit, das ‚Haus des Karnevals’ seiner Bestimmung übergeben worden. Das etwa 350 Jahre alte Gebäude an der Zollstraße in der Altstadt wurde mit einem Kostenaufwand von rund 880.000 Euro umgebaut und beherbergt ab sofort das Düsseldorfer Karnevals-Museum. Bereits seit April letzten Jahres hat dort das Comitee Düsseldorfer Carneval (CC) seine Büros, jetzt ist das Haus auch der Öffentlichkeit zugänglich.
Wer das Haus des Karnevals betritt, wird in hellen und freundlichen Räumen empfangen. Im Erdgeschoss befinden sich die für den Besucher eher uninteressanten Büros des CC. Es riecht nach frischer Farbe, nichts ist mehr vom Muff der vergangener Jahrzehnte zu spüren. In der ersten und zweiten Etage befindet sich der eigentliche Bereich des jetzt der Öffentlichkeit zugänglichen Düsseldorfer Karnevals-Museums. Das Museum ist „eine bisher einmalige Dauerausstellung zum Karneval in Düsseldorf“, freut sich CC-Präsident Peter König, der hofft, dass nicht nur Düsseldorfer Jecken in das Museum kommen, sondern auch viele Touristen.

In dezent beleuchteten Vitrinen, liegen Orden, Mützen und allerlei Utensilien aus fast allen Jahrzehnten des organisierten Düsseldorfer Karnevals. Unter Glasplatten können Liederhefte, Ballprogramme und Karnevalszeitschriften aus alten Tagen bewundert werden. Mitten im Hauptraum der ersten Etage tragen zwei in Vitrinen gestellte Kleiderpuppen ein Prinzen-Ornat und das Kleid einer Venetia und zwar das Kleid von Venetia Angela Erwin aus der Session 2001 / 2002. An den Wänden Bilder und Gemälde, zum Teil Leihgaben des Düsseldorfer Stadtmuseums. Besonders gelungen ist das Ordenszimmer in der zweiten Etage. Dort hängen die Orden an der Decke und zwar Hunderte. Oberbürgermeister Joachim Erwin sind natürlich sofort die im „Giftschrank“ gelagerten Orden von Kölner Karnevalsvereinen aufgefallen.


Eines der vielen Highlights im Karenvals-Museum: der Ordensraum. Foto: rpo (Stefan Felten) „Wir haben noch viel mehr Leihgaben von Vereinen, Gesellschaften und vom Stadtmuseum erhalten, die wir gar nicht alle auf einmal zeigen können“, sagt CC-Geschäftsführer Jürgen Rieck. „So können wir unsere Dauerausstellung zum Düsseldorfer Karneval immer wieder verändern.“ Nicht nur altgediente Düsseldorfer Karnevalisten haben das CC bei der Zusammenstellung der Ausstellungsstücke beraten, auch das Stadtmuseum habe mit Rat und Tat zu Seite gestanden.

Die Idee für das ‚Haus des Karnevals’ und das Museum entstand anlässlich des 175. Jubiläums des CC im Jahr 2002. Vor fünf Jahren wurde der Pachtvertrag für das ‚Haus des Karnevals’ zwischen der Stadt und dem CC unterzeichnet. Ein Jahr später begannen die Umbauarbeiten und wie das meist so ist, sind die teuerer geworden als zunächst veranschlagt, denn erst nach Renovierungsbeginn wurden hinter Wänden und Treppen Schäden sichtbar, die vorher im Verborgenen lagen. Auch der mittlerweile verstorbene Ex-CC-Präsident Günther Pagalies, hatte einen großen Anteil an der Realisierung. „Ich bedaure es, das er das Haus jetzt nicht mehr erleben kann“, so Jürgen Rieck, „aber sein Geist wird hier immer vorhanden sein.“ Und wenn nicht der, dann zumindest sein Porträt in Öl, das im Sitzungsraum des CC hängt.

Durch den Vertrag mit der Stadt brauchen die Karnevalisten 30 Jahre lang keine Pacht für das denkmalgeschützte Haus zahlen. Die Umbauarbeiten haben bis heute rund 880.000 Euro gekostet, von denen 375.000 Euro über Spenden an den Förderverein finanziert wurden, eingesammelt von Hille Erwin, der Frau des Oberbürgermeisters. Hinzu kamen noch eine Zuwendung der Stadt in Höhe von 50.000 Euro und sowie 90.000 Euro Fördermittel des Landschaftsverbandes Rheinland. Dennoch musste das CC bei der Stadtsparkasse einen Kredit in Höhe von 250.000 Euro aufnehmen. „Zinsen und Stundung sind allerdings nicht höher als unsere bisherigen Mietzahlungen“, so Rieck..

Zunächst soll das Karnevals-Museum im ‚Haus des Karnevals’ nur am Freitag von 9 bis 13 Uhr geöffnet haben. Später soll ein zweiter Tag dazu kommen. Eintritt wird erst mal nicht genommen. Anstatt dessen wird um Spenden gebeten.

Haus des Karnevals, Zollstraße 9, Öffnungszeiten Freitags 9-13 Uhr

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